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...an die Römer-Garde der Stadt Baden-Baden.

 

Römer zahlen keine Steuern, Wirtschaft und Handel in voller Blüte, niedrige Importzölle, Handel mit Rußland

 

Rom, 6 nach Chr.

Wieder einmal hat Kaiser Augustus gezeigt, daß er den Ehrentitel 'Vater des Vaterlandes', der ihm vor vier Jahren verliehen wurde, zu Recht trägt. Obgleich die Staatsausgaben durch den Bau von prachtvollen Verwaltungsgebäuden, Straßen und Wasserleitungen in den letzten Jahren stark gestiegen sind, läßt das eben in Kraft getretene neue Steuergesetz den römischen Bürger weiterhin fast ungeschoren. Nach dem neuen Gesetz wird lediglich die Erbschaftssteuer von fünf Prozent erhoben; außerdem müssen künftig bei Freilassung von Sklaven finf Prozent von dem Wert der Sklaven entrichtet werden.

 

Schon zu Beginn seiner Regierung war Augustus sich darüber im klaren, daß die Einführung von Steuern in Italien nur zu Unzufriedenheit führen könne. Ebenso sah er davon ab, die Steuerlasten der Provinzen zu erhöhen; gerade die Provinzen hatten ja unter den Bürgerkriegen stark gelitten. Als der Senat damals dringend Geld brauchte, griff Augustus in die eigene Tasche. Er übernahm die Kosten neuer Bauten in Rom, er bezahlte das Getreide, das an die Bewohner verteilt werden sollte, er steuerte das Geld bei, das seinen Soldaten die Pensionen sichern sollte; er sorgte für den Sold seiner Garden und kaufte Land für die Veteranen; er machte dem Volk und den Soldaten große Spenden und veranstaltete glänzende Spiele.

 

Einnahmen hat der Kaiser allerdings durch die Importzölle. Die Zölle, die auf den eingeführten Waren liegen, sind zwar nur sehr gering, da aber sehr viele Waren nach Italien eingeführt werden, kommt insgesamt doch eine recht stattliche Summe zusammen. Datteln werden von den Beduinen der Sahara bezogen, Elfenbein, Edelhölzer, Gold, aromatische Substanzen und Gewürze kommen über Ägypten aus Zentralafrika. Aus Arabien werden Kamele und Edelsteine gekauft; aus China kommt die Seide. So ziemlich der einzige ausländische Lieferant lebenswichtiger Güter ist Südrußland. Von dort werden Getreide, Hanf, Honig, Pelze und Wachs eingeführt. Der Handel mit China erfolgt über den Landweg durch die Länder Zentralasiens Nur ein Teil dieser Waren wird in Gold bezahlt. Häufig verlangen die Chinesen als Gegengabe andere Artikel. Besonders scharf sind sie auf Papageien und Affen, auf Weihrauch, Parfüms und Schildpatt. Gern nehmen sie auch guttrainierte Jongleure in Zahlung, ebenso Zwerge, die allerdings auch in Rom ziemlich teuer sind, und schöne Mädchen.

 

Ostia - der Antike Seehafen Roms, ca. 30km Tiber abwärts am Meer gelegen

Natürlich spielt sich auch innerhalb des römischen Reiches ein äußerst reger Handel ab. Die wichtigsten Handelsartikel sind dabei Getreide, Bauholz, Hanf, Pech und Teer, Metalle, Schwefel, Olivenöl und Wein. Rom ist ein einziger großer Handelsplatz; es ist die Börse für die ganze Welt. Ungeheure Geschäfte werden auf dem Forum Tag für Tag abgeschlossen Unablässig wird hier mit den Anteilen an den großen Gesellschaften gehandelt, die sich zur Steuereintreibung in den Provinzen oder zur Bebauung staatlicher Ländereien zusammentaten. Durch den regen Handel in friedlicher Zeit wurden in wenigen Jahren viele Leute sehr reich. Dennoch gab es auch Schichten, die von dem lawinenartigen wirtschaftlichen Aufschwung einfach überrollt wurden: kleine und mittlere Grundbesitzer wurden von den großen kapitalkräftigen Grundherren an die Wand gedrückt. Auf diese Weise verlor auch Vergil, der ein kleines Gut bei Mantua hatte, sein Vermögen. Und so wurden viele zu Grunde gerichtet, die heute in den Städten nach neuen Verdienstmöglichkeiten suchen. Die meisten der Einwohner Italiens aber haben an der glücklichen Entwicklung ihres Landes Anteil.

 

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